UTM | Positionen im metrischen Kartengitter angeben
UTM steht für Universal Transverse Mercator. Das System ermöglicht Ortsangaben in einem ebenen, metrischen Kartengitter. Eine vollständige Angabe braucht neben Ost- und Nordwert auch die passende Zone, die Hemisphäre und das geodätische Bezugssystem. Zwei lange Zahlen allein bestimmen noch keinen eindeutigen Ort.
Warum es mehrere Zonen gibt
Eine gekrümmte Erdoberfläche lässt sich nicht ohne Verzerrungen auf eine ebene Karte übertragen. UTM verteilt die Abbildung deshalb auf 60 nummerierte Längenzonen. Sie sind grundsätzlich sechs Längengrade breit; die Nummerierung beginnt am 180. Längengrad und läuft nach Osten.
Jede Zone besitzt einen eigenen Mittelmeridian und ein eigenes Koordinatengitter. Ostwerte aus verschiedenen Zonen lassen sich deshalb nicht einfach voneinander abziehen, um die Entfernung zweier Orte zu erhalten. Für die Nutzung einer Karte ist die dort angegebene Zone maßgeblich.
Ostwert und Nordwert verstehen
Der Ostwert, englisch Easting, nimmt nach Osten zu. Dem Mittelmeridian einer Zone wird der Wert 500.000 Meter zugewiesen. Ein Ostwert von 480.000 Metern liegt im Gitter somit 20.000 Meter westlich dieses Mittelmeridians; 520.000 Meter liegt entsprechend östlich.
Der Nordwert, englisch Northing, nimmt nach Norden zu. Auf der Nordhalbkugel beginnt er am Äquator bei null. Für die Südhalbkugel erhält der Äquator einen künstlichen Nordwert von 10.000.000 Metern. Weiter südlich sind die Werte kleiner. Die Zahlen bleiben dadurch im vorgesehenen Bereich positiv.
Eine Position eindeutig weitergeben
Die folgende Angabe ist ein frei gewähltes Lese- und Rechenbeispiel, kein Treffpunkt:
| Bestandteil | Beispiel |
|---|---|
| Bezugssystem | WGS 84 |
| UTM-Zone | 32 |
| Hemisphäre | Nord |
| Ostwert | 500.250 m |
| Nordwert | 5.700.600 m |
WGS 84 ist hier ausdrücklich Teil des Beispiels. UTM bedeutet nicht automatisch WGS 84. Karte, Gerät und Empfänger der Koordinate müssen dasselbe Bezugssystem verwenden oder eine fachgerechte Umrechnung vornehmen.
Ein an die Zonennummer angehängtes N oder S kann die Hemisphäre bezeichnen. Andere Darstellungen verwenden Breitenbandbuchstaben. Deshalb die Bedeutung anhand des verwendeten Formats prüfen. UTM und das darauf aufbauende MGRS mit zusätzlichen Buchstaben für Gitterquadrate dürfen nicht durch bloßes Weglassen von Zeichen ineinander umgewandelt werden.
Im Kartengitter ablesen
Bei einem Kilometergitter zuerst die vollständigen Werte der begrenzenden Gitterlinien bestimmen. Im Beispiel liegt der Punkt 250 Meter östlich der Linie 500.000 und 600 Meter nördlich der Linie 5.700.000. Diese Teilstrecken werden entsprechend dem Kartenmaßstab abgetragen.
Auf einer Karte im Maßstab 1:25.000 entsprechen 250 Meter einem Zentimeter und 600 Meter 2,4 Zentimetern. Das gilt für den angegebenen Druckmaßstab. Wird ein Kartenausschnitt vergrößert oder verkleinert ausgedruckt, muss mit einer korrekt mitveränderten Maßstabsleiste gearbeitet werden.
Präzise Zahlen sind keine Genauigkeitsgarantie
Eine Anzeige bis auf einen Meter garantiert keine metergenaue Position. Kartenmaßstab, Ablesung, Ortungsverfahren und Datenqualität begrenzen die tatsächliche Genauigkeit. Vor dem Weitergeben Ost- und Nordwert, Zone sowie Bezugssystem kontrollieren und Rücklesen lassen.
Bei einem Notruf das angezeigte Format nennen und die Vorgaben der Leitstelle beachten. Eine sichere vorhandene Koordinate muss nicht unter Zeitdruck von Hand in ein anderes Format umgerechnet werden.
