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Zecken | Stiche vermeiden und festsitzende Zecken entfernen

Zecken sind blutsaugende Spinnentiere. Sie können Krankheitserreger übertragen, unter anderem Borrelien und FSME-Viren. Ein Zeckenstich bedeutet jedoch nicht automatisch eine Infektion. Entscheidend sind vorbeugender Schutz, rasches Entfernen einer festsitzenden Zecke und Aufmerksamkeit für spätere Beschwerden.

Gemeiner Holzbock auf einem Grashalm
Zecke auf einem Grashalm

Wo Kontakt mit Zecken entsteht

Zecken können in Gräsern, niedrigen Sträuchern und Unterholz auf einen Wirt warten. Beim Vorbeigehen gelangen sie auf Kleidung oder Haut und suchen anschließend eine geeignete Stichstelle. Auch Gärten und Grünflächen können Kontaktmöglichkeiten bieten.

Ein Aufenthalt im Wald ist deshalb nicht die einzige Situation, nach der sich eine Kontrolle lohnt. Eine einzelne gefundene Zecke ist zudem ein Anlass, nach weiteren zu suchen.

Schutz und Körperkontrolle verbinden

  • Geschlossene Schuhe, lange Hosen und bedeckende Ärmel verringern frei zugängliche Hautflächen.
  • Über die Hosenbeine gezogene Socken können einen Zugang erschweren.
  • Auf heller Kleidung sind dunkle Zecken leichter zu entdecken.
  • Zeckenabwehrmittel nur entsprechend ihrer Anwendungsvorgaben verwenden; Wirkung und Schutzdauer sind begrenzt.

Danach den Körper sorgfältig absuchen, besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bereiche hinter den Ohren sowie Kopf und Haaransatz. Bei schlecht einsehbaren Stellen kann eine zweite Person helfen. Kleidung und Ausrüstung ebenfalls kontrollieren.

Eine festsitzende Zecke mit der Pinzette entfernen

  1. Eine saubere, möglichst fein zugespitzte Pinzette verwenden.
  2. Die Zecke möglichst dicht an der Haut im Kopfbereich fassen. Den vollgesogenen Körper nicht zusammendrücken.
  3. Mit gleichmäßigem Zug von der Haut weg herausziehen. Bei dieser Pinzettenmethode weder ruckartig reißen noch drehen.
  4. Stichstelle und Hände anschließend reinigen beziehungsweise die Stichstelle mit einem geeigneten Mittel desinfizieren.

Für Zeckenkarte oder andere spezielle Werkzeuge deren eigene Anleitung beachten. Nicht auf Öl, Klebstoff, Nagellack oder Hitze zurückgreifen, um die Zecke zum Loslassen zu bringen. Das Entfernen nicht unnötig aufschieben, nur weil die bevorzugte Spezialzange fehlt.

Wenn ein Rest in der Haut bleibt

Zurückbleibende Mundwerkzeugreste bedeuten nicht, dass eine vollständige Zecke weiter Blut saugt. Lassen sich Reste nicht leicht entfernen, nicht tief in der Haut graben. Die Stelle kann sich örtlich entzünden; bei Problemen ärztlich abklären lassen.

Datum, Körperstelle und ungefähren Aufenthaltsort notieren. Ein Foto kann helfen, spätere Veränderungen zu vergleichen. Ein Laborergebnis über Erreger in der entfernten Zecke beweist weder eine Infektion des Menschen noch deren Ausschluss.

Borreliose und FSME sind verschiedene Erkrankungen

Borreliose wird durch Bakterien verursacht. Eine über Tage größer werdende Hautrötung kann ein Hinweis sein und gehört ärztlich beurteilt. Die sogenannte Wanderröte muss nicht wie ein perfekt gezeichneter Ring aussehen. Auch Fieber oder andere Beschwerden nach einem möglichen Stich sollten abgeklärt werden. Die Behandlung erfolgt ärztlich; eine vorbeugende Antibiotikaeinnahme auf eigene Faust ist ungeeignet.

FSME ist eine Virusinfektion, die unter anderem Gehirn und Hirnhäute betreffen kann. Eine Impfung kann vorbeugen. Ob sie angezeigt ist und welche Termine gelten, richtet sich nach Exposition, Reiseziel, Alter und Impfstoff. Die aktuelle Risikoeinstufung ist dafür maßgeblich. Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose.

Nach dem Stich aufmerksam bleiben

Hautstelle und Allgemeinzustand in den folgenden Wochen beobachten. Bei einer sich ausbreitenden Rötung, Fieber, ausgeprägten Kopf- oder Gliederschmerzen ärztlichen Rat einholen und den Zeckenstich erwähnen. Fehlende Erinnerung an einen Stich schließt eine zeckenübertragene Erkrankung nicht aus.