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Biwaksack | Wetterschutz für Rast und Übernachtung

Ein Biwaksack ist eine körpernahe Schutzhülle gegen Wind und Feuchtigkeit. Je nach Bauart wird er über einen Schlafsack gezogen oder bei einer ungeplanten Rast direkt mit der getragenen Kleidung benutzt. Seine Aufgabe ist der Wetterschutz. Die notwendige Wärmeisolierung entsteht vor allem durch Kleidung, Schlafsack und Unterlage.

Biwaksack auf einer Isomatte
Ein Biwaksack schützt den Schlafsack vor Wind und Feuchtigkeit.

Notfallhülle oder Ausrüstung für geplante Nächte?

Einfache Notfallmodelle aus beschichtetem Gewebe oder Folie sind kompakt und schnell einsetzbar. Manche bieten Platz für zwei Personen. Wasserdampfdurchlässige Schlafsackhüllen sind für eine andere Nutzungsweise ausgelegt; Modelle mit kleinem Gestänge schaffen Abstand im Kopfbereich. Material, Öffnung und Nähte entscheiden über den Wetterschutz, nicht allein der Begriff Biwaksack.

Sehr dünne Folie kann an Steinen oder Ausrüstung einreißen. Ein robustes Gewebemodell braucht meist mehr Packraum. Ein auffälliges Modell kann das Auffinden erleichtern; die Signalfarbe sollte deshalb zum vorgesehenen Notfalleinsatz passen.

Kondenswasser bleibt möglich

Körperfeuchtigkeit und ausgeatmete Luft können an kalten Innenflächen kondensieren. Das passiert besonders in wenig dampfdurchlässigen Hüllen, ist aber auch bei Membranmaterial nicht ausgeschlossen. Der Atembereich bleibt frei; ein Biwaksack wird niemals luftdicht über dem Gesicht verschlossen. Vorhandene Lüftungsöffnungen werden entsprechend der Anleitung genutzt.

Für eine geplante Übernachtung kann ein Tarp den Eingang gegen Niederschlag schützen und das Lüften erleichtern. Eine Öffnung, durch die Regen unmittelbar einläuft, ist dagegen keine brauchbare Lösung. Schlafsack und Hülle werden bei Gelegenheit getrennt getrocknet.

Die Unterlage gehört zum System

Ein wasserdichter Boden ersetzt keine Isomatte. Der Körper verliert auch dann Wärme an den Untergrund, wenn von unten kein Wasser eindringt. Die Matte wird so angeordnet, dass sie zuverlässig unter dem Körper bleibt und der Schlafsack nicht unnötig zusammengedrückt wird. Vor einer Tour wird geprüft, ob die gesamte Kombination ausreichend Platz bietet.

Im ungeplanten Biwak

Ein geschützter Platz außerhalb von Absturz-, Steinschlag-, Lawinen- und Überflutungsbereichen hat Vorrang. Der Biwaksack wird frühzeitig angelegt, bevor Kleidung durchnässt und der Körper stark ausgekühlt ist. Bei einer Verletzung oder drohenden Notlage gehört die Alarmierung zur Maßnahme; die Hülle ersetzt keine Rettung.

Kocher, Kerzen und andere Flammen werden nicht im Biwaksack betrieben. Nach dem Einsatz werden Material und Verschlüsse kontrolliert und alles vollständig getrocknet. Eine geplante Übernachtung muss zusätzlich mit den Regeln des jeweiligen Gebiets vereinbar sein.