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DMR | Digitalfunk mit zwei Zeitschlitzen

DMR steht für Digital Mobile Radio. Die von ETSI standardisierte Technik überträgt Sprache und Daten über Funk. Sie beschreibt das Übertragungsverfahren, nicht ein einzelnes Funknetz und auch keine allgemeine Erlaubnis, auf beliebigen Frequenzen zu senden.

Zwei digitale Handfunkgeräte mit Ladezubehör
DMR ist ein digitaler Funkstandard, der vor allem im Betriebs- und Amateurfunk eingesetzt wird.

Was die zwei Zeitschlitze leisten

Bei DMR Tier II und III wird ein Funkkanal im 12,5-kHz-Raster zeitlich in zwei Zeitschlitze aufgeteilt. Passend ausgestattete Systeme können dadurch zwei unabhängige Gesprächswege innerhalb dieses Kanals bereitstellen. Die häufig genannte 6,25-kHz-Äquivalenz beschreibt diese Nutzung der Kapazität. Sie bedeutet nicht, dass DMR dabei zwei nebeneinanderliegende 6,25-kHz-Funkkanäle verwendet.

Die drei Ausbaustufen

  • Tier I: Ausbaustufe für einfache Direktverbindungen, insbesondere geeignete Geräte für den allgemein zugeteilten PMR446-Bereich. Die jeweiligen nationalen Gerätevorgaben bleiben maßgeblich.
  • Tier II: konventioneller Digitalfunk zwischen Geräten oder über eine Relaisstelle. Der Funkkanal wird vom Nutzer oder durch die Gerätekonfiguration ausgewählt.
  • Tier III: Bündelfunk mit einer Infrastruktur, die verfügbare Gesprächskanäle zuweist. Das ist für größere organisierte Funknetze vorgesehen.

Warum gleiche Frequenzen nicht genügen

Zur vereinbarten Konfiguration gehören neben der Frequenz unter anderem Betriebsart, Color Code, Gesprächsgruppe beziehungsweise Zielkennung und gegebenenfalls der Zeitschlitz. Beim Relaisbetrieb kommen unterschiedliche Sende- und Empfangsfrequenzen hinzu. Ein fehlerhafter Eintrag kann dazu führen, dass ein Gerät zwar Aktivität anzeigt, aber das gewünschte Gespräch nicht wiedergibt.

Der Color Code ordnet eine Übertragung einem Funknetz oder Relais zu. Er ist kein Verschlüsselungsschlüssel. Auch eine Gesprächsgruppe stellt keine Vertraulichkeit her. Zusatzfunktionen wie Standortübertragung, Notruftaste oder Verschlüsselung hängen von Gerät, Software und Netz ab. Ein DMR-Aufdruck allein garantiert diese Funktionen nicht.

Reichweite und Netzabhängigkeit

Digitalfunk kann verständliche Sprache bis nahe an die Empfangsgrenze liefern; darunter kann die Wiedergabe schnell aussetzen. Eine verlässlich größere Reichweite als bei vergleichbarem Analogfunk folgt daraus nicht. Antenne, Standort, Frequenz, Hindernisse und zulässige Leistung bleiben entscheidend.

Eine direkte Funkverbindung braucht keine Mobilfunkversorgung. Ein vernetztes Relais oder ein Internet-Hotspot hat dagegen zusätzliche Abhängigkeiten von Strom und Datenverbindung. Für eine vereinbarte Ausweichkommunikation werden deshalb sowohl der normale Betrieb als auch der Direktbetrieb mit den tatsächlich verwendeten Geräten erprobt.