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HPM | Elektromagnetische Einwirkung auf technische Systeme

HPM steht für High Power Microwave, also Hochleistungsmikrowellen. Gemeint sind technisch erzeugte starke elektromagnetische Felder im Mikrowellenbereich, die unter anderem zur Untersuchung oder Beeinflussung elektronischer Systeme eingesetzt werden. Die Wirkung kann von einer vorübergehenden Fehlfunktion bis zur Beschädigung reichen. Nicht jede Einwirkung führt zur Zerstörung.

Hornantenne und Elektronik in einem abgeschirmten Prüflabor
Hochleistungs-Mikrowellen im Prüflabor

HPM, EMP und IEMI

EMP bezeichnet einen elektromagnetischen Impuls. HPM beschreibt eine bestimmte Art hochfrequenter Einwirkung; beide Begriffe sind keine austauschbaren Namen für ein einziges Ereignis. IEMI, Intentional Electromagnetic Interference, bezeichnet die absichtliche elektromagnetische Störung.

Ein nuklear erzeugter EMP ist außerdem kein natürliches Ereignis. Geomagnetische Stürme und technisch erzeugte Mikrowellen unterscheiden sich in Entstehung, zeitlichem Verlauf und Kopplung an betroffene Systeme. Aus Erfahrungen mit einer dieser Einwirkungen lässt sich daher nicht automatisch ein Schutz gegen alle anderen ableiten.

Warum die Wirkung unterschiedlich ausfällt

Entscheidend sind das ankommende Feld, Frequenz und zeitlicher Verlauf sowie der Aufbau des betroffenen Systems. Auch Antennen, Leitungen, Gehäuseöffnungen und elektrische Verbindungen gehören dazu. Zwei äußerlich ähnliche Geräte können sich deshalb unterschiedlich verhalten.

Forschungseinrichtungen prüfen solche Einwirkungen in kontrollierten Laborumgebungen. Dabei werden konkrete Prüflinge unter definierten Bedingungen untersucht. Ein dort beobachteter Ausfall beweist weder die Verwundbarkeit sämtlicher Haushaltsgeräte noch eine bestimmte Reichweite unter anderen Bedingungen.

Schutzbehauptungen beurteilen

Eine Aussage wie EMP-sicher ist ohne beschriebenes Prüfverfahren wenig aussagekräftig. Für einen belastbaren Nachweis müssen unter anderem Frequenzbereich, Feldstärke, Prüfaufbau und zulässige Funktionsabweichungen bekannt sein. Auch angeschlossene Kabel und der Betriebszustand gehören zur betrachteten Konfiguration.

Ein leitendes Gehäuse kann zur Abschirmung beitragen. Ob eine bestimmte Dose oder Tasche ausreichend schützt, folgt jedoch nicht allein aus dem Materialnamen. Ebenso beweist fehlender Handyempfang im Behälter keine umfassende HPM-Festigkeit.

Ausfallvorsorge ohne unbelegte Szenarien

Ein Geräteausfall ist zunächst ein Befund, keine Diagnose eines Angriffs. Stromversorgung, Batterie, Anschlüsse und gewöhnliche Defekte bleiben mögliche Ursachen. Aus einem einzelnen ausgefallenen Funkgerät lässt sich eine HPM-Einwirkung nicht zuverlässig erkennen.

Für die private Planung sind konkrete Aufgaben hilfreicher als ein pauschales Bedrohungsbild: Welche Informationen sollen auch auf Papier verfügbar sein, wie wird bei Ausfall einer Anzeige gearbeitet und welche Ersatzmöglichkeit ist tatsächlich unabhängig? Analoge Funkgeräte enthalten ebenfalls Elektronik. Das Wort analog ist deshalb kein allgemeiner Unempfindlichkeitsnachweis.