Survival
  1. Home
  2. Wissen
  3. Survival-Wiki

INCH | Wenn eine Rückkehr auf längere Zeit ungewiss ist

INCH steht für I'm Never Coming Home. In der Vorsorgesprache bezeichnet der Ausdruck eine Planung für den Fall, dass eine Rückkehr zum bisherigen Zuhause auf lange Zeit nicht möglich ist. Häufig wird dazu ein INCH-Kit oder INCH-Rucksack beschrieben. Die Bezeichnung steht für eine angenommene Lage; sie garantiert keine unbegrenzte Selbstversorgung.

Gebrauchter großer Trekkingrucksack an einem Waldlager
INCH-Ausrüstung

Ein dauerhaft verlorenes Zuhause ist mehr als ein Gepäckproblem

Wer seine Wohnung länger nicht nutzen kann, benötigt einen erreichbaren Aufenthaltsort, Versorgung und eine Möglichkeit, das weitere Leben zu organisieren. Das kann eine Unterkunft bei Angehörigen, eine vorübergehende Unterbringung oder später eine neue Wohnung sein. Ein solcher Übergang muss nicht als dauerhafter Aufenthalt im Wald geplant werden.

Die entscheidenden Fragen lauten daher: Wohin kann die betroffene Person tatsächlich? Wer weiß davon? Welche Bedürfnisse bestehen dort? Welche Mittel und Unterstützung sind verfügbar? Ohne Antworten darauf bleibt auch ein umfangreiches Set eine Sammlung von Gegenständen.

Was sich gegenüber kurzer Abwesenheit verändert

Für einen längeren Verlust des Zuhauses gewinnen Unterlagen, Kontakte und Zugangsdaten an Bedeutung. Ausweise, Nachweise, Versicherungsinformationen und Dokumentation von Schäden können für Ersatzbeschaffung und Wiederaufbau wichtig werden. Kopien ergänzen die Originale; die Möglichkeiten zur Anerkennung und Wiederbeschaffung hängen vom jeweiligen Dokument ab.

Persönlicher Medikamentenbedarf, Hilfsmittel, Kinderbetreuung, Haustiere und berufliche Verpflichtungen gehören ebenfalls in die Planung. Dafür lässt sich keine passende Lösung aus einer allgemeinen Liste von Messern, Angelhaken und Saatgut ableiten.

Transport und Verbrauch realistisch rechnen

Alles, was am Körper getragen wird, hat eine begrenzte Masse und ein begrenztes Volumen. Wasser, Lebensmittel, Batterien und Hygieneartikel werden verbraucht. Werkzeuge verlängern ihre Nutzungsdauer nicht auf unbegrenzt. Ein schwereres Set kann zudem dazu führen, dass eine geplante Strecke nicht mehr bewältigt wird.

Deshalb getrennt festhalten, was unbedingt mitgeführt werden muss, was am Ziel vorhanden ist und was später beschafft werden kann. Ein erprobtes Gepäckstück mit klarer Aufgabe ist besser planbar als ein Rucksack, der gleichzeitig Haushalt, Werkstatt und Landwirtschaft ersetzen soll.

Selbstversorgung braucht Voraussetzungen

Saatgut liefert erst nach einer erfolgreichen Kultur eine Ernte. Eine Unterkunft aus Naturmaterialien braucht einen geeigneten Platz, Zeit, Material und die erforderliche Berechtigung. Auch Jagd- oder Fischereiausrüstung schafft weder garantierte Erträge noch ein allgemeines Nutzungsrecht.

Für längere Zeiträume zählen daher erreichbare Versorgungsquellen, reparierbare Ausstattung und Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Diese Voraussetzungen werden vorab konkret geprüft.

Den Begriff als Planungsfrage nutzen

Eine hilfreiche Übung lautet: Welche Folgen hätte es, wenn wichtige Dinge zu Hause für mehrere Wochen unzugänglich wären? Dabei werden fehlende Unterlagen, Ansprechpartner oder Ersatzmöglichkeiten sichtbar. Der Plan wird mit wechselnden Lebensumständen aktualisiert. Die Vorstellung einer endgültigen Abreise darf nicht verhindern, sichere Rückkehr- oder Wiederaufbaumöglichkeiten später neu zu bewerten.