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Mantracking | Beobachtungen von Vermutungen trennen

Mantracking bezeichnet das Suchen und Verfolgen menschlicher Spuren anhand sichtbarer oder anderweitig feststellbarer Veränderungen im Gelände. Dazu können Schuhabdrücke, verschobene Bodenbestandteile oder berührte Vegetation gehören. Beim Mantrailing arbeitet dagegen ein Hund an einer menschlichen Geruchsspur. Beide Ansätze können bei einer organisierten Suche unterschiedliche Hinweise liefern.

Menschliche Schuhspuren auf feuchtem Waldboden
Menschliche Spuren im Gelände

Eine Spur besteht aus einem Zusammenhang

Ein einzelner Abdruck ist zunächst eine Beobachtung an einem bestimmten Ort. Eine nachvollziehbare Folge mehrerer Merkmale kann eine Bewegungsrichtung oder einen möglichen Weg erkennen lassen. Wird die Folge unterbrochen, entsteht eine Lücke in der Beobachtung. Die vermutete Fortsetzung ist noch kein bestätigter Verlauf.

Zum Dokumentieren hilft eine einfache Trennung: Was ist zu sehen, wie wurde es festgehalten und welche Erklärung wird erwogen? „Teilabdruck mit quer verlaufenden Profilstegen“ ist eine Beschreibung. „Hier ging die vermisste Person“ ist eine Schlussfolgerung, für die zusätzliche Anhaltspunkte nötig sind.

Was Tiefe und Abstand nicht zuverlässig verraten

Ein tiefer Abdruck allein liefert keine belastbare Aussage über Körpergewicht oder Gehgeschwindigkeit. Untergrund, Feuchtigkeit, Belastung, Schuhfläche und die Art des Auftretens beeinflussen das Ergebnis gemeinsam. Ebenso lässt sich aus einem Schuhprofil nicht ohne Weiteres eine bestimmte Person bestimmen.

Ein gutes Übungsfeld entsteht durch bekannte Vergleichsspuren auf verschiedenen Untergründen. So wird sichtbar, wie derselbe Schuh auf festem Boden, feuchter Erde oder losem Sand unterschiedlich erscheint. Die Bedingungen werden dabei mitnotiert, damit Unterschiede nicht vorschnell der Person zugeschrieben werden.

Licht und Alter verändern die Lesbarkeit

Flach einfallendes Licht kann kleine Höhenunterschiede durch Schatten deutlicher machen. Ein Wechsel des Blickwinkels hilft deshalb manchmal mehr als ein näherer Tritt an die Spur. Man betrachtet das Merkmal vom Rand aus und vermeidet, es dabei selbst zu verändern.

Das Spurenalter lässt sich nicht anhand einer allgemeinen Stundenregel bestimmen. Wind, Regen, Bodenart, Beschattung und weitere Nutzung verändern Spuren unterschiedlich. Eine geschützte Vertiefung kann länger deutlich bleiben als ein gleich alter Abdruck auf einer freien Sandfläche. Auch bei Erfahrung bleibt eine Altersschätzung an ihre Bedingungen gebunden.

Hinweise für eine tatsächliche Suche erhalten

Bei einer vermissten Person wird eine Suche mit den zuständigen Einsatzkräften abgestimmt. Beobachtungen lassen sich mit Fundort, Uhrzeit und einer Übersichtsfotografie weitergeben. Ein Detailbild ist ergänzend hilfreich, wenn es ohne Betreten oder Berühren der Spur entsteht. Ein Maßstab wird nur daneben platziert, ohne das Merkmal zu verändern.

Zurückgelassene Gegenstände bleiben möglichst an ihrem Ort. Eigene Laufwege und bereits erfolgte Veränderungen werden offen angegeben. Das verhindert, dass die eigene Suche zusätzliche Hinweise vortäuscht oder vorhandene verdeckt.

Eine sportliche Übung wird mit eingeweihten Beteiligten und erlaubtem Zugang geplant. Dafür genügt eine kurze bekannte Strecke mit anschließendem Vergleich der Beobachtungen. Heimliches Verfolgen unbeteiligter Menschen ist kein geeignetes Übungsszenario.