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SSB-Funk | Sprache mit einem Seitenband übertragen

SSB steht für Single Sideband, auf Deutsch Einseitenbandmodulation. Bei der üblichen SSB-Sprachübertragung wird nur eines der beiden Seitenbänder eines amplitudenmodulierten Signals ausgesendet; der Träger wird unterdrückt. SSB ist eine Modulationsart und kein eigener Funkdienst.

Kurzwellenfunkgerät mit Antennentuner und Handmikrofon
SSB-Funkstation

Vom AM-Signal zum einzelnen Seitenband

Ein gewöhnliches AM-Signal enthält einen Träger sowie ein oberes und ein unteres Seitenband. Beide Seitenbänder tragen die Sprachinformation. Bei SSB wird ein Seitenband genutzt, während der Träger und das andere Seitenband unterdrückt werden. Dadurch beansprucht die Aussendung weniger Bandbreite und benötigt keine dauerhafte Trägerleistung wie klassische AM.

Das bedeutet nicht, dass jedes SSB-Gerät insgesamt weniger Strom verbraucht als jedes AM-Gerät. Dafür müssten Leistung, Gerät, Betriebsdauer und weitere Betriebsbedingungen verglichen werden.

USB und LSB richtig zuordnen

EinstellungBedeutungLage des genutzten Seitenbands
USBUpper SidebandOberhalb der unterdrückten Trägerfrequenz
LSBLower SidebandUnterhalb der unterdrückten Trägerfrequenz

Das U in USB steht hier für upper, also oben. Welche Einstellung verwendet wird, richtet sich nach der konkreten Verbindung und den üblichen beziehungsweise vorgegebenen Verfahren im jeweiligen Funkdienst. Eine allgemeine Zehn-Megahertz-Regel ersetzt diese Kenntnis nicht.

Als reines Rechenbeispiel: Bei einer Träger-Bezugsfrequenz von 10,000 Megahertz und einem einzelnen Audioton von einem Kilohertz liegt die ausgesendete Komponente in USB bei 10,001 Megahertz und in LSB bei 9,999 Megahertz. Das Beispiel veranschaulicht die Lage der Seitenbänder und ist keine Frequenzempfehlung für einen Sendebetrieb.

Bandbreite und Verständlichkeit

Für SSB-Sprache wird nur ein begrenzter Teil des hörbaren Frequenzbereichs übertragen. Ein Sprachbereich von 300 bis 3.000 Hertz belegt idealisiert 2,7 Kilohertz im ausgesendeten Seitenband. Die konkrete Filterung des Geräts kann davon abweichen.

Schmale Filter können benachbarte Signale besser ausblenden, schneiden bei zu enger Einstellung aber auch Teile der gewünschten Sprache ab. Übersteuerung am Sender verschlechtert die Übertragung und kann unerwünschte Aussendungen auf Nachbarfrequenzen verursachen. Mehr Mikrofonverstärkung bedeutet daher nicht automatisch bessere Verständlichkeit.

Was ein geeigneter Empfänger benötigt

Ein Radio muss SSB ausdrücklich demodulieren können. Dass es den Kurzwellenbereich abdeckt, genügt dafür nicht. Zum Empfang werden das richtige Seitenband und eine ausreichend genaue Frequenzeinstellung benötigt. Bei falscher Abstimmung kann die Stimme unnatürlich klingen oder schwer verständlich werden.

Vor einer geplanten Verbindung prüfen, ob die beteiligten Geräte dieselbe Betriebsart beherrschen. Für das reine Hören ist zusätzlich hilfreich, Bedienung, Antennenanschluss und Energieversorgung unter den vorgesehenen Bedingungen zu erproben.

Reichweite und Nutzungsrecht bleiben eigene Fragen

SSB ist im Kurzwellenfunk verbreitet, garantiert aber keine bestimmte Entfernung. Ob eine Verbindung zustande kommt, hängt auch von Frequenz, Ausbreitung, Antennen, Störungen und der Gegenstation ab. Die Modulationsart allein begründet keine zuverlässige Notrufmöglichkeit.

Für das Senden gelten die Anforderungen des jeweiligen Funkdiensts und des Landes. Ein SSB-fähiges Gerät erlaubt nicht automatisch den Betrieb auf Amateurfunk-, See- oder anderen zugeteilten Frequenzen. Die geeignete technische Einstellung und die Berechtigung zur Frequenznutzung müssen beide vorliegen.